Im Mai letzten Jahres bekamen wir eine Interviewanfrage einer BILD Reporterin, die auf der Suche nach einem/r Ansprechpartner*in zum Thema Tourette war.
Für einen kleinen Ratgeber Artikel war man auf der Suche nach einer/m Expert*in von der man Zitate verwenden darf.
Wir haben uns sehr darüber gefreut und wollen nun (wenn auch etwas verspätet) das Ergebnis teilen, in dem Anke Schäfer für die TGD Rede und Antwort steht und über das Tourette Syndrom in Abgrenzung zu funktionellen Bewegungsstörungen aufklärt.
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„Das Tourette-Syndrom ist eine komplexe neurologisch-psychiatrische Erkrankung“, erklärt Anke Schäfer, Mutter eines Betroffenen und Mitglied sowie Ehrenamtlerin der TGD. „Sie tritt meist im Grundschulalter und unter 18 Jahren auf.“
Für die Diagnose braucht es mindestens zwei körperliche und einen vokalen Tic, die über mindestens ein Jahr auftreten. „Tics sind plötzlich auftretende, rasche, sich wiederholende Bewegungen oder Laute. Die Intensität kann variieren“, so Schäfer.
Tourette ist behandelbar, aber nicht heilbar. „Die Ursache ist eine organische Erkrankung im Gehirn und eine Störung im dopaminergen Botenstoff-System“, erklärt die Expertin. „Betroffenen kann durch Verhaltenstherapie, Medikamente und das ‚Habit-Reversal-Training‘, geholfen werden.“ Das helfe, die psychischen Folgen der Tics zu beeinflussen – für mehr Lebensqualität.
Übrigens: Aussprechen obszöner Worte (Koprolalie) und Wiederholen gehörter Worte und Geräusche (Echolalie) sind nur seltene Ausprägungen des Tourette-Syndroms. „Leider sind diese Sonderformen in der Gesellschaft schlechthin als Tourette bekannt. Dabei sind alle anderen Formen des Syndroms weiter verbreitet“, so Schäfer.
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„Dysfunktionale Bewegungsstörungen sind vom Tourette-Syndrom abzugrenzen. Sie treten vor allem in der Pubertät auf und haben meist psychische Ursachen“, erklärt Schäfer. „Obwohl sie äußerlich den motoritschen Tics des Tourette-Syndroms ähneln, sind sie oft willentlich ausgelöst, situationsbezogen und deutlich übertriebener oder komplexer.“
Im Gegensatz zu Tourette zeigen sich Betroffene dieser Störungen häufig bewusst in der Öffentlichkeit. „Therapien, die bei Tourette helfen, zeigen hier keine Wirkung – jedoch sind dysfunktionale Bewegungsstörungen in der Regel gut heilbar, da sie psychisch bedingt sind und anders behandelt werden können.“
Den gesamten Artikel können Sie hier nachlesen:
https://www.bild.de/leben-wissen/tourette-syndrom-tics-als-zeichen-neurologischer-vielfalt-68440f668763c62cedb095c9
