500 Euro Aufwandsentschädigung

500 € Aufwandsentschädigung für Studienteilnahme an der MHH in Hannover

Die Ursache des Tourette-Syndroms wird zwar seit Jahren erforscht, ist aber nach wie vor ungeklärt. Zahlreiche Hinweise sprechen dafür, dass eine Fehlreaktion im Abwehrsystem des Körpers (eine sogenannte Autoimmunreaktion) bestehen könnte. Bei einer solchen Fehlregulation richten sich körpereigene Abwehrzellen nicht nur gegen eindringende Viren oder Bakterien, sondern fälschlicherweise auch gegen den eigenen Körper – im Fall des Tourette-Syndroms gegen umschriebene Strukturen des Gehirns, die unsere Bewegungen koordinieren.

Studien, in denen das Blut von Menschen mit Tourette-Syndrom untersucht wurde, konnten die Frage leider nicht beantworten, ob beim Tourette-Syndrom eine derartige immunologische Fehlregulation besteht. Viel aussichtsreicher ist es, entsprechende Untersuchungen im Nervenwasser (=Liqour) durchzuführen, da das Nervenwasser das Gehirn direkt umspült und daher Veränderungen im Gehirn sehr viel häufiger und besser im Nervenwasser nachgewiesen werden können. Solche Nervenwasseruntersuchungen wurden bei Personen mit Tourette-Syndrom bisher nur sehr selten durchgeführt, zeigten aber in der Tat Veränderungen, die für eine immunologische Fehlregulation sprechen. Sollten sich diese Ergebnisse in weiteren Untersuchungen bestätigten, dann würde dies nicht nur wesentliche neue Ergebnisse zur Ursache des Tourette-Syndroms erbringen, sondern auch neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen.

Im Rahmen dieser Studie ist geplant, bei 20 Personen mit Tourette-Syndrom eine Untersuchung des Nervenwassers (= Lumbalpunktion) durchzuführen. Sie können an der Studie teilnehmen, sofern Sie mindestens 18 Jahre alt sind, bei Ihnen ein gesichertes Tourette-Syndrom und keine anderen wesentlichen Erkrankungen bestehen. Die gesamte Untersuchung dauert nur einen Tag, an dem eine ausführliche klinische Untersuchung durchgeführt wird sowie eine Kernspintomographie (=bildgebende Untersuchung) des Kopfes, eine Blutentnahme und die Entnahme von Nervenwasser mittels Lumbalpunktion. Die Lumbalpunktion ist eine ungefährliche Untersuchung, die zur Diagnostik in der Neurologie routinemäßig durchgeführt wird.

Die Studie wird von Frau Professor Müller-Vahl (Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der MHH) geleitet und in Kooperation mit der Neurologischen Klinik der MHH (Dr. Kurt-Wolfram Süss) durchgeführt.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an: 01575-7752107

Oder schreiben Sie eine Email an: Charlotte.Baumgaertel@mh-hannover.de